It`s never too late for peppermint style cake – After Eight

am

After Eight Kuchen von Barbara Fohrer

After Eight – Torta di Barbara Fohrer

After Eight – gâteau par Barbara Fohrer

Food, Photo und Text – Barbara Fohrer

Überarbeitung und Layout – Reiner Grundmann

Very british teaparty in India. Long live Queen Victoria.
Quelle: Pinterest

P R O L O G

Minze – eine unverzichtbare, alte Freundin der englischen Küche – und der Fans der After-Eight-Täfelchen.

William Shakespeare Quelle: Geo

Lavendel, Minze, Salbei, Majoran, die Ringelblum‘, die mit der Sonn‘ entschläft und weinend mit ihr aufsteht: Das sind Blumen aus Sommers Mitte, die man geben muß den Männern mittlern Alters.

Das Wintermärchen IV, 3. (Perdita)William Shakespeare, 1564 – 1616

Die englische Küche hatte im 19. Jahrhundert einen ausgezeichneten Ruf.

Im Frankreich der damaligen Zeit verwies man auf die cuisine anglaise, wenn auf besonders erlesene und exquisite Küche Bezug genommen werden sollte. Der Ruf begründete sich zu Recht auf die damals hochstehende Esskultur des britischen Königreiches, denn durch den einfachen Zugang zu exotischen Gewürzen und Lebensmitteln während der Kolonialzeit konnte auf den britischen Inseln im Großbürgertum eine neue Qualität in der Speisenzubereitung erzielt werden.

Den wesentlichen Beitrag zur fachmännischen Zubereitung leistete das angestellte Hauspersonal, das sich im Laufe der Zeit die Koch-Expertise erarbeitete. Dies wird z. B. in Isabella Beetons Book of Householdmanagement von 1861 deutlich, das sich mit 900 Rezepten und über 1000 weiteren Hinweisen zu Küche und Haushalt nicht nur an die Hausfrau selbst, sondern ganz ausdrücklich auch an das Personal richtete.

Queen Victoria Quelle: Wiener Zeitung

Mit dem Niedergang des Kolonialreiches und, etwas später, durch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Ersten Weltkrieges schwanden die Zugriffe auf die Ressourcen. Zum einen war die Beschaffung der exotischen Zutaten schwieriger und damit auch teurer geworden, zum anderen konnte das Bürgertum nicht mehr in großem Umfang Dienstpersonal beschäftigen. Hierdurch wurden die Experten von den Zutaten endgültig getrennt. Wer sich die Zutaten noch leisten konnte, verstand wenig von der Zubereitung.

Wer kochen konnte, hatte nicht die Mittel, sich Zutaten für erlesene Gerichte zu verschaffen. So ging die Kunst des Kochens in der englischen Küche zeitweise verloren….“

Quelle: Barbara Fohrer / Wikipedia

Was den Italienern ihr Pesto ist, ist dem Briten seine Mint Sauce. Eine intensiv grüne Mixtur aus fein gehackter frischer Spearminze, Wasser, Essig, braunem Zucker und Zitronensaft. Das Ganze wird einige Minuten gekocht und dann in Twist-off-Gläser abgefüllt. So wie Marmelade. Für deutsche Gaumen ist Minzsoße an Lamm oder Rinderbraten sicherlich gewöhnungsbedürftig.

Asterix und Obelix in Großbritannien, Goscinny, Uderzo

Fest steht jedoch: Erst Minze gibt Fleisch den richtigen Frischekick. Mint Sauce passt zu kalten und warmen Fleischgerichten und darf in keiner guten englischen Küche fehlen.

Das Beste ist: Wer Mitchum- oder Spearmint-Pfefferminze im eigenen Garten hat, kann Minzsoße oder Minzsirup auch selber machen. Noch heute freue ich mich darüber, in England einen Teil meiner Schulzeit verbracht und so viele Dinge kennen gelernt zu haben, die es heute in der Form gar nicht mehr gibt.

Mein Glück, dass ich nicht in London sondern auf dem Land wohnte, in einem reizenden Ort: Henley-on-Thames, äußerst malerisch, so typisch wie es nur geht.

David Tomlinson in Mary Poppins, 1964, Quelle: Wikipedia

Der Schauspieler David Tomlinson, der hier im Film Mary Poppins von 1964 zu sehen ist, wurde in der Stadt geboren und ist dort aufgewachsen.

Hier lernte ich, mich „zu benehmen“, artig zu knicksen, meinen Tee stilgerecht zu trinken, die entsprechenden „cookies“ zu essen – und alten Damen nach dem Mund zu reden, besonders wenn es adlige – auch kleiner Landadel! – waren.

Meine besten „Freundinnen“ waren ebensolche sehr alte, adlige Damen und hatten einen Narren an mir gefressen.

So luden sie mich ein zur berühmten Henley Royal Regatta.

(nein, nicht die Cambridge-Oxford-Regatta!)

…und damit in einen der berühmtesten und ältesten Ruder-Clubs der Welt:

Der 1818 gegründete Leander Club der älteste nichtakademische Club. Er hat seinen Sitz in Remenham in Berkshire, England und grenzt an Henley-on-Thames. Zu meiner Zeit dort war alles rosa: Der Club, die Tischdecken, die Servietten, alles! Und zur Regatta musste man einen Hut tragen – wie in Ascot beim Pferderennen. Ich bastelte mir einen aus einem Strohhut und einem schönen Tuch und fand mich „très chic“ (Französisch zu sprechen galt als sehr elegant…).

Und dann lernte ich, was MINZE bedeutet. Ich fand es beim Fleisch, in den Keksen, als Beigabe zu allem Möglichen. Bald konnte ich es nicht mehr sehen… Lady Elizabeth Georgina und Lady Anabelle Caroline waren weit über 80 – und stritten sich selbst im Leander Club bei der hochheiligen Regatta – um die feinen Minztäfelchen. Sie waren nicht zimperlich mit Worten und beide fürchterlich beleidigt, weil die eine der anderen das letzte Täfelchen nicht gönnte!

Artist:
Ferdinand Joseph Gueldry
 (French, 1858–1945)
Title:
An elegant lady rowing

Quelle: ArtNet

Damals war es mir peinlich, heute würde ich mir kaum das Lachen verkneifen können. Erst später lernte ich dieses köstliche Kraut wieder zu schätzen, als Tee, bei Cocktails, in Saucen, im Gebäck – bis heute, und ganz besonders an einem einsamen Strand in Cuba, María La Gorda – ganz ohne Bebauung, in einem schönen Mojito….

Z U T A T E N

Quelle: Barbara Fohrer

Bisquitkuchen

  • 6 Eier
  • 200 g Zucker
  • 200 g Mehl
  • 20 g Kakao
  • Ein halbes Päckchen Backpulver

Creme

  • Mindestens 100 g After-Eight-Täfelchen (ich nehme meist 1 /3 mehr)
  • 250 g Schlagsahne (es lohnt sich, qualitativ hochwertige Sahne zu nehmen)
  • 1 Päckchen Sahnesteif
  • 250 g Sahnequark (40 %) – auch hier bitte eine gute Qualität nehmen

Z U B E R E I T U N G

Eier trennen. Die 6 Eiweiße steif schlagen. Den Zucker sehr langsam einrieseln lassen. Das Handrührgerät weiterlaufen lassen, damit viel Luft untergeschlagen wird.

Ein Eigelb hinzufügen, eine kleine Pause, dann das nächste, so nach und nach alle Eigelbe zugeben und immer weiter schlagen. Dieser Vorgang darf ruhig 5-10 Minuten dauern. Handrührgerät ausschalten.

Mehl, Kakao und das Backpulver vermischen und auf die Masse sieben. Vorsichtig mit einem Teigschaber unterheben, bis sich das das gesamte Mehl mit der Masse vermischt hat. Die Masse geben wir in eine am Boden ausgefettete Form (z.B. eine Tortenform mit einem Durchmesser von 18 cm und einer Höhe von 7,5 cm)

Die Backzeit beträgt ca. 30 Minuten bei 175 bis 200 Grad, Ober- und Unterhitze.

Bitte keine Umluft. Ich piekse den Boden immer mit einem Zahnstocher in der Mitte an, klebt nichts mehr ist er fertig.

In der Form 10 Minuten ruhen lassen, danach soll er auf einem Kuchengitter auskühlen. Waagerecht in drei gleiche Teile aufteilen.

Bisquitkuchen – waagerecht gedrittelt und bereits die After-Eight-Sahne Creme aufgebracht.
Quelle: Barbara Fohrer

Für die Creme wird die Sahne in einem Topf erwärmt. Die After Eight Täfelchen habe ich alle in der Sahne völlig schmelzen lassen. und für die Garnierung 5 bis 6 Täfelchen übrig gelassen. In einer Schüssel über Nacht in den Kühlschrank stellen.

After-Eight-Sahne Creme Quelle: Barbara Fohrer

Am nächsten Tag mit einem Handrührgerät cremig schlagen und vorsichtig und langsam Sahnesteif hinzufügen. Den Quark in einer Schüssel cremig rühren. Dann vorsichtig unter die Sahne-After-Eight-Creme ziehen. Ich verwende hier immer Holzlöffel. Zunächst ein wenig kühl stellen, damit die Creme fester wird. Mit einem Tortenglätter wird nun Etage für Etage die Creme auf den Bisquitkchen aufgebracht. Die obere Schicht vorsichtig glattziehen.

Den Tortenrand rundherum mit der Creme überziehen. Alles möglichst glatt streichen. Nach Belieben verzieren.

Es bieten sich die restlichen Täfelchen an, gute, frische Minze in kleinen Büscheln und – meine Vorliebe – gehackte Pistazien.

Enjoy!

Quelle: Barbara Fohrer
Quelle: Barbara Fohrer

KLICK on Photo – hier gehts zu den Rezepten.

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